Mit Bach durch die Regio



Die Orgel in der
Barockkirche St. Peter
Evang. Bezirkskantorat Freiburg
Kath. Bezirkskantorate Breisgau
und Hochschwarzwald
Aus der BZ-Serie:
Mit Klang und Gloria – Orgeln in der Region

Bericht: Alexandra Wehrle
Fotos: Hans-Jürgen Kugler, Markus Donner
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Hauptorgel
- Baujahr: 1967
- Erbauer: Firma Johannes Klais, Bonn
- Register: 46
- Pfeifen: über 3100

Chororgel
- Baujahr: 2015, zu Ostern Einweihung ist im Sommer
- Erbauer: Firma Rieger, Schwarzach, Vorarlberg
- Register: 20
- Pfeifen: 1154



Die Hauptorgel"Ihr Klang ist jetzt wieder frischer, der Staub der Jahrzehnte ist abgewaschen worden", freut sich Orgelinspektor und Bezirkskantor Johannes Götz über die Sanierung der Hauptorgel in der Pfarrkirche St. Peter. Nun wartet er noch auf die neue Chororgel, die im Sommer eingeweiht werden soll. Die beiden Orgeln sind aufeinander abgestimmt und können sowohl vom Spieltisch auf der Empore als auch vom Spieltisch im Chor gespielt werden, und zwar einzeln oder zusammen. Ein Organist allein kann also beide Orgeln gleichzeitig ertönen lassen.

Die St. Petermer Orgel ist ein besonderes Stück, erklärt Götz nicht ohne Stolz. Bei vielen Orgelbauern und Organisten hängen Bilder von ihr an den Wänden, sagt er. "Wie die Automechaniker die Girls in ihren Spinden hängen haben, haben die Orgelbauer die Orgeln."

Das Instrument ist groß, es hat drei Manuale (Tastenwerke), 46 Register und über 3100 Pfeifen. Hergestellt wurde die Orgel 1967 von der Firma Johannes Klais aus Bonn. Ihr Bau habe "überragende Bewunderung und Qualitätsstandards gesetzt", so Götz, "ab da gab's hier ziemlich viele Schallplattenaufnahmen". So stammt auch die erste Jazz-Aufnahme mit dem Schweizer Jazzmusiker George Gruntz von hier. Er habe in St. Peter Ende der 1960er Jahre seine erste Langspielplatte mit Jazzmusik auf der Kirchenorgel gemacht.

Zuvor, seit 1880, war ein Instrument der Firma Eberhard Friedrich Walcker aus Ludwigsburg dort gestanden. Die barocke Außenansicht ist älter, sie stammt auf der Erbauungszeit der Kirche. Das Rückpositiv hat der bekannte Klosterbildhauer Matthias Faller geschnitzt. Verziert ist die Orgel mit frühen Figuren von Johann Christian Wentzinger.

Der Spieltisch Im Februar 2014 wurde die Hauptorgel von der Firma Rieger aus dem österreichischen Schwarzach revisioniert. Sie wurde entstaubt, eingesunkene Pfeifen wurden ersetzt, neu eingelötet und stabilisiert. Elektroteile, Lager und dergleichen wurden kontrolliert und gegebenenfalls erneuert. "Die ganze Orgel wurde gereinigt, der Prospekt neu aufpoliert", so Götz. Dadurch habe der Klang "an Frische und Brillanz zugenommen", freut er sich. Am Klangkonzept wurde nichts verändert, wie Georg Pfeifer von der Firma Rieger auf telefonische Nachfrage erklärt. Es wurden lediglich Unregelmäßigkeiten hinsichtlich Tönen und Lautstärke beseitigt, "dass alles wieder schön passt".

Während die Hauptorgel nur wieder flottgemacht werden musste, war die Chororgel von der Freiburger Firma Späth aus dem Jahr 1964 nicht mehr zu retten. Sie hatte durch das Klima auf der Nordseite im Chor zu stark gelitten und war von Schimmel befallen. Die Schäden waren unreparabel. Derzeit erbaut Rieger eine neue. Weil auf der Südseite der Pfarrkirche ein günstigeres Klima herrscht, wird die neue Chororgel hinter das dortige Prospekt kommen. Denn schon immer waren im Chor zwei gegenüberliegende gleiche Prospekte im Barockstil vorhanden. Optisch wird sich also nichts ändern. "Die Barockkirche ist ja durchgestylt", so Götz. Klanglich soll die neue Orgel einen romantischen Charakter erhalten, "in Erinnerung an den Klang der Orgeln aus dem Hause Walcker". Ihr Klang soll eigenständig sein und die Hauptorgel ergänzen. Wie bisher soll der Spieltisch der Chororgel fahrbar sein und je nach Bedarf an eine andere Stelle verschoben werden können, etwa für Konzerte mit Chören. Wenn die Chororgel eingebaut ist, sollen die Spieltische mit einer neuen elektronischen Steuerung versehen werden, erklärt Georg Pfeifer. Die Kirchenbesucher und Konzertfans können sich freuen: An Ostern sollen die beiden Orgeln erstmals zusammen erklingen.
Eintritt jeweils € 8,- (€ 5,-); Karten an den Abendkassen oder beim Ev. Bezirkskantorat, Maienstraße 2, 79102 Freiburg, Telefon 0761-70789301 sowie unter www.reservix.de (zzgl. Vorverkaufsgebühren)