Programme 2026

Einführungstexte: Ulrike Brinkmann

Freitag, 1. Mai 2026, 17 Uhr

Pfarrkirche St. Trudpert, Münstertal


BACH & BRASS

Jubiläumskonzert – 30 Jahre Mit Bach durch die Regio


Rudolf Mahni / Trompete 

Marc Oberle / Trompete 

Isabel Forster / Horn 

Roman Viehöver / Posaune 

Hellmut Karg / Tuba 

Karin Karle, Johannes Götz, Lars Schwarze / Orgel 


Eugène Gigout (1844-1925)

Grand Chœur Dialogué aus 6 Pièces d‘orgue


Johann Sebastian Bach (1685-1750)

Contrapunctus 1 aus Die Kunst der Fuge BWV 1080


J. S. Bach

Präludium Es-Dur BWV 552 aus Clavier-Übung III


Giovanni Gabrieli (1554/1557-1612)

Canzon septimi toni à 8 Nr. 2

aus Sacrae Symphoniae


J. S. Bach

Präludium und Fuge G-Dur BWV 550 


Georg Friedrich Händel (1685-1759)

Music for the Royal Fireworks HWV 351


J. S. Bach

Toccata und Fuge d-Moll BWV 565


J. S. Bach

„Nun danket alle Gott“, aus Gott, der Herr, ist Sonn‘ und Schild
BWV 79

Seit drei Jahrzehnten verbindet unsere Reihe die Orgellandschaft der Region mit dem zeitlosen Erbe Johann Sebastian Bachs. Zum Jubiläum feiern wir diese Beständigkeit mit einem Fest aus Blechbläserglanz und majestätischem Orgelklang. Das Programm spiegelt die Vielfalt der vergangenen 30 Jahre wider – und doch erklingt diese Kombination in der Konzertreihe zum ersten Mal!


Den Auftakt macht Eugène Gigouts festliches Grand Chœur Dialogué, ein Spiel mit dem Raum. Die Orgel und das Blechbläserquintett spielen sich die Motive dieses majestätisch-heroischen Marsches wie Bälle zu – ein akustisches Feuerwerk, das die Architektur von St. Trudpert zum Klingen bringt. Dem gegenüber steht Bachs ernster und würdevoller Contrapunctus 1, das Eröffnungsstück und Fundament seines Spätwerkes Die Kunst der Fuge BWV 1080. Aus einem einzigen, schlichten Thema baut er eine Kathedrale aus Tönen. In der Originalhandschrift sind keine Instrumente vorgegeben; in der Besetzung für Blechbläser gewinnt der Contrapunctus eine ganz eigene, gläserne Klarheit.


Mit Giovanni Gabrielis Canzon reisen wir ins Venedig der Renaissance. Hier komponierte Gabrieli seine Kanzonen für die Liturgie in der Markuskirche mit einer Klangpracht, die den staatlichen Repräsentationszwecken der Dogen diente. Der Meister der Vokalpolyphonie und venezianischen Mehrchörigkeit entlockte dem Bläserensemble eine bis heute unerreichte Klangfülle mit Stereo-Effekt. Einen königlichen Glanzpunkt setzt Georg Friedrich Händels Feuerwerksmusik HWV 351, komponiert im Auftrag von König Georg II. Schon im Jahr der Uraufführung 1749 sorgte dieses Werk für Begeisterung. Dabei löste das große Interesse der Londoner an der öffentlichen Generalprobe den ersten Verkehrsstau in der Geschichte der Stadt aus. Dahingegen war das geplante Feuerwerk bei der Friedensfeier im Green Park am 27. April ein Misserfolg – die Aufführung endete fast in einem Chaos aus echten Raketen und brennenden Kulissen.


In einem Jubiläumskonzert darf ein Publikumsliebling des „Hausherrn“ nicht fehlen: Bachs Toccata und Fuge d-Moll ist wohl das berühmteste Orgelwerk der Welt. Von Gruselfilm bis Rock-Adaptionen, die Energie dieser barocken Power-Musik ist ungebrochen. Zum Abschuss vereint der festliche Choral aus der Kantate 79 alle Akteure: „Nun danket alle Gott“ – ein festlicher Dank für drei Jahrzehnte treues Publikum und lebendige Musiktradition. 

Sonntag, 10. Mai 2026, 15 Uhr

Christuskirche Freiburg


KUCHEN MIT BACH 

Barockmusik mit Kuchenbuffet


Isabel Schicketanz / Sopran 

Hans Jörg Mammel / Tenor 

Jakob Kunath / Bass 

Christusbarock 

Gottfried von der Goltz / Konzertmeister 

Lars Schwarze / Leitung und Cembalo



Johann Sebastian Bach (1685-1750) 

„Schweigt stille, plaudert nicht“ (Kaffeekantate) BWV 211 

 

J. S. Bach 

Orchester-Suite Nr. 2 h-moll BWV 1067 

 

Henry Purcell (1659-1695) 

The Old Bachelor Z. 607

Wenn barocke Spielfreude auf den Duft von frischem Kuchen trifft, dann lädt Lars Schwarze wieder zu einem besonderen Konzerterlebnis in die Christuskirche ein. Und wenn sich dieser Kirchenraum in ein Kaffeehaus verwandelt darf natürlich Bachs berühmte Kaffeekantate BWV 211 nicht fehlen. Hier zeigt Bach seine (durchaus vorhandene) humorvolle Seite und setzt dem damals modischen Trendgetränk Kaffee ein Denkmal. Ein amüsanter Generationenkonflikt zwischen dem strengen Vater Schlendrian und seiner kaffeesüchtigen Tochter Liesgen, deren Leidenschaft für das schwarze Gold „süßer als tausend Küsse“ ist. Zwecklos versucht er mit allen Mitteln seiner Tochter das Kaffeetrinken abzugewöhnen, bis hin zum Heiratsverbot. Doch die schlaue Liesgen lässt sich nicht beirren: Ihre Bedingung für eine Hochzeit ist, dass ihr zukünftiger Gatte ihr den Kaffee vertraglich zusichert. Ein zeitloses Stück über Eigensinn, Genuss und die Kunst, den Vater an der Nase herumzuführen.


Ein gänzlich anderes Gipfelwerk der Unterhaltungskunst ist Bachs Orchester-Suite Nr. 2 h-Moll BWV 1067. Sie orientiert sich am französischen Stil, wie er am Hofe Ludwig XIV. gepflegt wurde: prachtvoll, hochelegant und streng in der Form. Man könnte sie auch als ein getarntes Flötenkonzert bezeichnen. Auf die einleitende französische Ouvertüre in gravitätischem Glanz barocker Hofkunst folgend verwandelt sich das Werk in ein tänzerisches Wechselspiel zwischen Soloinstrument und Streichensemble. Mit spielerischem Witz verlangt die Badinerie als krönender Abschluss der Flöte eine atemberaubende Geläufigkeit ab. 


Zuletzt reisen wir ins London des späten 17. Jahrhunderts, wo Henry Purcell meisterhaft die Bühne zum Klingen brachte. Seine Suite zu William Congreves Komödie The Old Bachelor (Der alte Junggeselle) ist ein Paradebeispiel für englischen Witz und Eleganz. Die kurzen, charaktervollen Sätze von der festlichen Ouverture bis zu den schwungvollen Hornpipes fangen die Ironie und die amourösen Verwicklungen des Theaterstücks perfekt ein. 

Sonntag, 17. Mai 2026, 17 Uhr

Barockkirche St. Peter


DIE VERGÄNGLICHKEIT 

Abschiedskonzert Johannes Götz 


Sandhya Hasswani mit Leonie Huber / Rezitation 

Michael Kiedaisch / Percussion 

Siri Thornhill / Sopran 

Theresa Bertrand / Alt 

Wei-Chieh Tai / Tenor 

Clemens Morgenthaler / Bass 

Orchester aus Weggefährt/innen 

Johannes Götz / Leitung und Orgel



Johann Sebastian Bach (1685-1750) 

Passacaglia in c-Moll BWV 582 

 

Olivier Messiaen (1908-1992) 

Chants d’oiseaux (Pour le Temps Pascal) aus Livre d’orgue 

 

György Ligeti (1923-2006) 

Coulée 

Zweite Etüde für Orgel (Computergenerierte Fassung) 

 

Johann Peter Hebel (1760-1826) 

Die Vergänglichkeit 

mit 4 improvisierten Interludien für Percussion und Orgel 

 

J. S. Bach 

Kantate „Was Gott tut, das ist wohlgetan“ BWV 99 

Wie plant man ein Abschiedskonzert? Macht man einen komprimierten Aufguss des Vielgespielten oder stellt man den Aufbruch zu etwas völlig Neuem ins Zentrum? Mit seinem Abschieds-Programm hat Johannes Götz sich für Werke und Themen entschieden, die ihn Zeit seines Lebens begeistert haben und doch in jedem Augenblick neu bleiben.


Den monumentalen Auftakt bildet Bachs Passacaglia in c-Moll BWV 582, ein Gipfelwerk der Variationskunst und in seiner musikalischen Form ein Sinnbild für den ewigen Kreislauf von Werden und Vergehen. Ihr folgt Messiaens tief empfundene Naturmystik: Seine Vogelgesänge lassen die Schöpfung im Kirchenraum lebendig werden – jene Natur, die hier in St. Peter direkt vor der Schwelle beginnt. Auch das scheinbar Unspielbare findet seinen Platz. Ligetis Etüde Coulée fordert eine Fluidität, die menschliche Finger kaum einlösen können; hier schlägt der Computer die Brücke, ganz ohne KI. Während Bach die Vergänglichkeit strukturiert, macht Ligeti sie physisch erfahrbar als ein rasant schwindendes Jetzt. 


Auch die Improvisation, ein Herzensanliegen von Johannes Götz, findet seinen Platz in diesem Konzert – in Verbindung mit Johann Peter Hebels Die Vergänglichkeit, rezitiert von Sandhya Hasswani und Leonie Huber. Die beiden führen uns auf eine nächtliche Wanderung durch das Wiesental, bei der sich aus einem schlichten Gespräch zwischen Mutter und Tochter eine universale Meditation über das Werden und Vergehen entfaltet. Gemeinsam mit Michael Kiedaisch und Johannes Götz spüren wir in vier Interludien dem Fluss der Zeit nach, in dem weder mächtige Burgen noch blühende Städte oder das menschliche Leben selbst ewig Bestand haben. Wir folgen Hebels Blick auf die Endlichkeit: In der Akzeptanz des Vergänglichen liegt bei ihm eine tiefe, tröstliche Geborgenheit und die Hoffnung auf eine unvergängliche Heimat jenseits der sichtbaren Welt. 


Am Ende steht ein schlichtes, tiefes Danke an alle seine Weggefährten, die Johannes Götz über die Jahrzehnte begleitet haben und an das Publikum. Mit Bachs Kantate BWV 99 schließt sich der Kreis in der Gewissheit: Was Gott tut, das ist wohlgetan. 

Donnerstag, 21. Mai 2026, 10 Uhr

Christuskirche Freiburg


BACH & KIDS 

Wir bauen eine Orgel 

Kinderprogramm für Grundschulklassen 
mit Orgelbau-Kasten 

 

Karin Karle, Johannes Götz und Lars Schwarze

Wie kommen eigentlich die Töne in die Pfeifen? Warum braucht eine Orgel Wind, obwohl sie gar nicht draußen steht? Und kann man dieses riesige Instrument, die „Königin der Instrumente“, wirklich selbst zusammenbauen?


Ja, man kann! Am heutigen Vormittag verwandelt sich die Christuskirche in eine lebendige Orgelwerkstatt zum Anfassen und Mitmachen. Gemeinsam mit Karin Karle, Johannes Götz und Lars Schwarze gehen Grundschulklassen auf eine faszinierende Entdeckungsreise. 


Im Mittelpunkt stehen innovative Orgel-Bausätze, die es den Kindern ermöglichen, hautnah zu begreifen, was sonst hinter prachtvollen Prospekten verborgen bleibt. In kürzester Zeit entsteht aus vielen Einzelteilen eine echte, spielbare Orgel. Nur wenn alle Teile präzise ineinandergreifen, entlocken wir dem Instrument am Ende die ersten Töne.

Orgelbau-Kasten (© Orgelbauer Jäger & Brommer, Waldkirch) 

30 Jahre 

Mit Bach durch die Regio 

1996 - 2026

Meilensteine und Jubiläen:

  • 10 Jahre: Konzert für drei Orgeln in St. Trudpert (UA Rolf Löffler) und Jubiläums-CD (Klomp, Götz, Karle)
  • 20 Jahre: Festkonzert und Empfang in St. Trudpert
  • 25 Jahre: fiel leider der Corona-Pandemie zum Opfer
  • 30 Jahre: Das aktuelle große Jubiläum einer Erfolgsgeschichte


Innovative Formate und Experimente:

  • Grenzgänge: Bach & Jazz, Bach & Live-Elektronik (Jan Esra Kuhl), Schlagwerk-Kombinationen (Szathmáry-Komposition)
  • Sportlich & Kulinarisch: BACH & BIKES (Radtouren), Orgelexkursionen,  KUCHEN MIT BACH, Wandelkonzerte
  • Interaktiv: Ratekonzert („Bach oder kein Bach?“), Orgelnacht mit Improvisation und digitale Orgelspaziergänge während Corona
  • Nachwuchs: NEXT GENERATION (St. Martin/St. Trudpert) und Kinderkonzerte (Landwasser, Christuskirche)
  • Orgelkalender, „Pflichtstück“


Musikalische Highlights:

  • Besetzungen: Konzerte für zwei bis vier Cembali (Christuskirche), Orgelkonzerte mit Orchester (Rheinberger, Händel, Poulenc)
  • Besondere Werke: Kunst der Fuge für zwei Flügel und Orgel in St. Peter
  • Gäste: Weltstars wir András Schiff in St. Peter oder Andrew Dewar (als Einspringer für Gerhard Weinberger)


Das Team über die Jahre: 

  • Gründer: Johannes Götz (St. Peter), Carsten Klomp (Ludwigskirche), Gerhard Gnann (St. Trudpert)
  • Evangelische Kirche: Carsten Klomp, Hae-Kyung Jung, Lars Schwarze
  • St. Trudpert: Gerhard Gnann, Hans Schnieders, Karin Karle
  • Texte: Johannes Adam, Meinrad Walter, Markus Zimmermann, Ulrike Brinkmann


Die Konzerte in Zahlen:

  • bis zu 9 Konzerte in nur einem Monat
  • über 600 Werke von Bach gespielt (Konzertbeiträge, einige mehrfach gespielt)
  • insgesamt über 1500 Einzelwerke
  • über 50 „Partner“-Komponisten und Komponistinnen
  • über 50 verschiedene Interpreten an Orgel und anderen Instrumenten
  • über 35 Gemeinden von der Stadt (Freiburg) bis tief in die Region